Macher, Künstler, Freunde
Text Eline Cordie · 12. November 2024
Lou-Lou van Staaveren
Bilder und Landschaften

Lou-Lou van Staaveren ist Fotografin und Gärtnerin in Amsterdam und Mitgründerin von Pleasant Place, einer Publikation über die Kunst des Gärtnerns. Aus einer Familie von Blumenzüchtern kommend, untersucht sie die Parallelen zwischen Garten und Fotografie: Beide bewegen sich zwischen Beobachtung und Eingriff, Geduld und Kontrolle, um eine gedachte Landschaft zu formen.
Gärten und Bilder
„Jede Jahreszeit im Garten ist auf ihre Weise schön. Ich liebe den Spätsommer, wenn die Dahlien blühen — so lebendig, farbig, beinahe überbordend. Der Frühling ist genauso aufregend, wenn die ersten Zwiebeln durchbrechen und alles frisch und grün ist. Gegen Ende des Sommers wird vieles gelb und beginnt zu verblassen, das mag ich am wenigsten, aber dann übernimmt der Herbst mit neuen Blumen, Kürbissen und Bohnen. Der Winter ist die Jahreszeit der Vorstellungskraft: Man plant, bereitet vor und träumt vom Garten, der noch kommen soll.“
In ihrer fotografischen Arbeit setzt van Staaveren Bilder aus Fragmenten zusammen. Sie fotografiert Pflanzen und Landschaften an unterschiedlichen Orten und fügt sie zu Gärten zusammen, die nur in der Vorstellung existieren. „Es wird eine Art fiktiver Garten“, sagt sie. „Ein Ort, der real wirkt, aber nur in der Fotografie existiert.“ Für sie teilen Fotografie und Gärtnern dieselbe Art des Sehens: langsamer werden, Details beobachten und wahrnehmen, wie sich Farbe und Struktur von Tag zu Tag verändern.
Werkzeuge, Objekte und Herkunft
„Die Gartengeräte der niederländischen Firma Sneeboer sind für mich das Beste überhaupt. Mein Lieblingsstück ist die Great-Dixter-Kelle — schmal, spitz, lang und fast wie ein Messer, und unendlich nützlich. Ich nehme sie sogar mit in den Urlaub, wenn ich unterwegs eine Pflanze ausgraben möchte, die ich gern mit nach Hause nehmen würde. Sneeboer ist eine der wenigen Marken, die jedes Werkzeug noch in einer kleinen Familienwerkstatt von Hand schmieden. Sie machen das seit Generationen, und die Werkzeuge halten ein Leben lang. Man kann sie irgendwann an die eigenen Kinder weitergeben.“
„Solange ich denken kann, trägt mein Vater ein anjermesje in der Tasche, ein winziges Messer, das früher zum Schneiden von Nelken benutzt wurde. Meine Eltern haben mir auch eines geschenkt. Ich habe es immer bei mir: um Blumen zu schneiden, in meiner Werkstatt beim Bauen von Holzrahmen oder sogar im Urlaub, um ein Sandwich zu machen. Es ist sehr klein und für mich ein echtes Schmuckstück, das man tatsächlich benutzen kann.“
Eine gemeinsame Sprache
„Als meine Eltern ukrainische Geflüchtete bei sich aufnahmen, gingen wir gemeinsam durch den Garten. Wir konnten kaum miteinander sprechen — sie kein Englisch, wir kein Ukrainisch — aber wir konnten auf Kartoffeln und Himbeeren zeigen, und alle verstanden sofort. Gartenarbeit ist etwas, zu dem Menschen überall einen Bezug haben, fast wie eine universelle Sprache.“
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